Historisches und kulturelles Erbe

Das Mausoleum von Khoja Ahmed Yassawi

Aus 40 Kilometer Entfernung ist das steinerne Grabmal von Khoja Ahmed Yassawi sichtbar, das innerhalb von sieben Jahren von den besten Baukünstlern jener Zeit gebaut worden war. Das dreißig Meter hohe Mausoleum hat zwei Stöcke und besteht aus über 30 Räumen. Das Mausoleum ist ein herausragendes Denkmal mittelalterlicher Architektur und nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte Kasachstans und der türkischen Welt ein.  Mehr lessen…

Turkestan liegt im Süden Kasachstans, zwischen Kyzylorda und Taschkent. Diese Stadt ist unglaublich alt und existiert schon seit über 1500 Jahren. Die Stadt hieß zunächst  Yassy. Wegen der politischen Veränderungen im 15. Jahrhundert wurde sie Turkestan genannt. „Turkestan “ bedeutet das Land der turksprachigen Völker. Vor Tausenden von Jahren war sie die Hauptstadt Kasachstans und galt auch als die Perle der Großen Seidenstraße. Es hat immer einen lebhaften Handel gegeben, täglich besuchten die Stadt hunderte Karawanen mit  Kamelen.

Im 12. Jahrhundert hatte hier  ein Mystiker, Philosoph und asketischer Poet – Khoja Ahmed Yassawi – gelebt und gelehrt. Yassawi brachte den Nomaden den Islam. Er war imstande, den Hochislam mit der Steppenkultur in Einklang zu bringen und prägte einen alternativen Weg dieser Religion – den Sufismus. Yassawi war ein Anhänger des Propheten Muhammad.

Er starb im 1166 (67) und wurde mit großer Ehre in einem kleinen Mausoleum beigesetzt, das später ein Ort der Massenpilgerfahrt für Muslime auf der ganzen Welt wurde. Ein Besuch in diesem Mausoleum wurde dreimal mit Hadj nach Mekka gleichgesetzt.

Das heute existierende Mausoleum  wurde 223 Jahre nach seinem Tod auf Befehl von Tamerlan errichtet,das die Besucher nach wie vor in Erstaunen versetzt .

Der Bau began  1389, wurde aber aufgrund des plötzlichen Todes von Emir Timur 1405 nicht abgeschlossen. Dieses Mausoleum ist bis heute unvollendet geblieben.Das riesige rechteckige Gebäude (46,5 x 65,5 Meter) hat ein grosses Eingangsportal und viele Kuppeln. Die  Außenwände sind fast 2 Meter dick, die Wände der zentralen Halle sind 3 Meter hoch. Rund um die zentrale Halle gibt es mehr als 30 Räume.

Das Mausoleum besitzt eine der größten Backsteinkuppeln in Zentralasien. Für die Türken war Die Kuppel ein Symbol für Einheit und Gastfreundschaft. Die Hohe von der Kuppel  ist  44 m und  der Durchmesser der Kuppel  beträgt 22 m.

In dem Grabmal sind, neben Ahmed Yassawi, viele weitere Khane und Kämpfer begraben, denn vom 16. bis 18. Jahrhundert war Turkestan die Hauptstadt des kasachischen Khanats. Im Innern des Grabmals gibt es außerdem eine Bibliothek, eine Moschee, große und kleine Säle für die Sitzungen der Khane, eine Küche, einen Brunnen und originale Lampen aus dem Jahr 1397. Die Innenseite der großen Kuppel und einige Räume sind gleichmäßig mit Ornamenten verziert, die gut erhalten geblieben sind. Die mittelalterlichen Türen aus Walnussholz sind mit arabischen Schriftzügen versehen und wirken so, als wären sie erst gestern gebaut worden.

Im Zentrum der Haupthalle thront der „Taikasan“ – ein zwei Tonnen schweres, kunstvolles Becken, das Timur selbst im 14. Jahrhundert entworfen hat. Es wurde aus sieben Metallen gefertigt, hat einen Durchmesser von 2,40 Metern und fasst 3000 Liter. In die Außenseiten sind Suren aus dem Koran eingraviert. Im Taikasan wurde Wasser für die Pilger bereitgehalten. Die Legende besagt, in diesem Becken habe das Wasser in zwanzig Minuten angefangen zu kochen und habe dann die Temperatur halten können. Als das große Becken aber 1936 in die „Ermitage“ nach Sankt Petersburg gebracht und unterwegs beschädigt worden ist, habe es seine Eigenschaften verloren. Erst 1989 wurde das Becken von Ösbekali Shanibekow, dem derzeitigen Kulturminister, wieder zurück nach Turkestan gebracht.

Auf dem weitläufigen Territorium des Mausoleums gibt es des Weiteren eine unterirdische Moschee, eine Mauer, eine Freitagsmoschee, ein Badehaus und weitere Gebäude, die ebenfalls aus dem Mittelalter stammen. Seit 2003 steht das Mausoleum Khoja Ahmed Yassawi im Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe. Vor dem Mausoleum gibt es einen Garten mit schönen Blumen und Obstbäumen.

Mausoleum von  Arystan Baba

Das Mausoleum befindet sich 70 km von Turkistan entfernt. Es ist über dem Grab des berühmten Mystikers Arystan Baba erbaut. Die Struktur des Mausoleums besteht aus zwei Teilen – einem Grab (Gurkhan) und einer Gedenkmoschee, die durch einen großen gewölbten Korridor verbunden sind. Es gibt auch einen Brunnen, aus dem man salziges Wasser trinken kann, das nach den Worten der Pilger alles heilt. Mehr lesen

Arystan Baba war der erste Lehrer von Khoja Ahmed Yassawi. Der Legende nach war Arystan Bab ein Kamerad des Propheten Mohammed und lebte 500 Jahre, um sein Wissen und seine Weisheit des Propheten mit Khoja Ahmed Yassawi zu teilen.

Im Jahr 1909 wurde das gesamte Mausoleum rekonstruiert und fast von Grund auf neu aufgebaut, als das Gebäude einstürzte.

Es gibt eine Legende über zwei Mausoleen. Emir Timur (in Kasachstan auch bekannt als Tamerlane) ordnete 1389 den Bau des Mausoleums von Khoja Ahmed Yasawi an, aber alle Bemühungen scheiterten an schlechtem Wetter und anderen Umständen. Dann wurde Emir Timur im Traum angewiesen, das Mausoleum zu Ehren von Arystan Bab zuerst zu bauen, um das Mausoleum von Khoja Ahmed Yasawi  fertigzustellen. Erst nach dem Bau des Arystan Bab Mausoleums geschah es wirklich. Wenn Pilger also die einzigartigen Mausoleen Turkistans besuchen, gehen sie zuerst in das Mausoleum des Lehrers Arystan Bab und dann in das Mausoleum von Khoja Ahmed Yassawi.

 

Otrar

 

Otrar ist eine der ältesten Städte in Zentralasien. Laut der arabischen Quellen heißt die Stadt Farab. Heute liegen da die Ruinen . Sie zeugen   von einer Stadt, die  an einem der Hauptzweige der Seidenstraße lag und bereits ein großes Handelszentrum für Handwerk und Kunst im 12 Jahrhundert war.

Die ersten Siedlungen an der Stelle der Stadt entstanden im VIII Jahrhundert. Die Stadt begann sich schnell zu entwickeln. Reisende von Ost nach West haben die Stadt Otrar als ein großes Einkaufszentrum an der Kreuzung von Karawanenstraßen mit riesigen Palästen, Moscheen und anderer Architektur  beschrieben

Die Stadt Otrar exestierte fast zweitausend Jahre. Aufgrund der Dürre im 19. Jahrhundert verließen die Menschen die Stadt, und sie  wurde allmählich leer und begann zusammenzubrechen. Die Ruinen der Stadt waren lange in Vergessenheit geraten, bis 1969 hier archäologische Ausgrabungen begannen. Viele Gebäude gingen  verloren, aber Archäologen konnten einige Stadtblöcke, Moscheen, einen Palast und ein Badehaus ausgraben.

Heute wird in der antiken Stadt daran gearbeitet, die Denkmäler zu erhalten. Kasachstan wird bei dieser Arbeit von der UNESCO unterstützt. Darüber hinaus hat Otrar eine kultische Bedeutung, da sich unweit davon ein Mausoleum von Arystan-Baba befindet. Das Mausoleum selbst wurde während eines Erdbebens im 18. Jahrhundert zerstört, aber auf Anordnung des Gouverneurs der Region restauriert.